Mittwoch, 17 Juni 2015 – 18:31 Uhr

Wasser trinken - eine Wohltat für Ihre Zellen

Wasser trinken - eine Wohltat für Ihre Zellen

Ihre Autobatterie wird keinen Strom erzeugen, wenn der Wasserstand zu niedrig ist. Ihr Körper ist noch stärker vom Wasser abhängig als die Autobatterie.

"Die meisten Menschen trinken nicht genug Wasser. Wenn Sie verstehen, wie der Körper das Wasser einsetzt, werden Sie vielleicht veranlasst mehr zu trinken.

Obwohl es manchmal scheinen mag, als flösse das Wasser, das Sie trinken, geradewegs durch, stimmt das in Wirklichkeit nicht. Wir wollen ein Glas Wasser auf seiner Reise durch den Körper begleiten.

Ihr Körper braucht Wasser

Sie sind schwer am Schaffen. Jede Ihrer Bewegungen verbraucht Wasser. Sie zwinkern - und das Wasser benetzt Ihre Augen. Sie schlucken - und Wasser befeuchtet Ihre Speiseröhre. Sie schwitzen und verlieren Wasser.

Jeder Atemzug verringert den Wasservorrat Ihres Körpers. Wenn sie etwa 1 % Ihres Körpergewichts an Wasser verloren haben, sendet der Körper ein Signal: Sie haben Durst.

Ein Tipp für den "Hunger zwischendurch"

Oft wird dieses Signal als Hunger missdeutet. Wenn Sie das nächste Mal Lust zum Naschen zwischen den Mahlzeiten verspüren, versuchen Sie es mit einem großen Glas Wasser - etwa 250 ml und schön kühl. Das könnte Ihre Gewichtsprobleme lösen.

Nichts anderes löscht den Durst so gut wie Wasser. Eistee, Limonade, Cola-Getränke und Alkoholika sind nichts als Wasser, mit Zucker und chemischen Reizstoffen angereichert. Nehmen Sie das Echte: Reines Wasser, das kühlt und erfrischt.

Wie funktioniert das mit dem Wasser, das wir trinken?

Die Aufnahme des Wassers beginnt schon im Mund und geht in der Speiseröhre und im Magen weiter. Der Großteil des Wassers wird im Dünndarm aufgenommen, wo es direkt in den Blutstrom gelangt. Der Rest geht in den Dickdarm, der ebenfalls noch Wasser aufnimmt.

Nun reist das an Wasser reiche Blut durch die Pfortader bis zur Leber. Nachdem es die mikroskopisch kleinen Gefäße der Leberläppchen passiert hat, gelangt es in die Vena cava (große Hohlvene), die es in den rechten Herzvorhof leitet. Es wird im Herzen durch die rechte Herzkammer vorwärts getrieben bis zur Lunge, die eine Oberfläche von ca. 1OO m2 hat. Der osmotische Druck versorgt das Lungengewebe mit dem Wasser, das es für seine komplizierten Arbeitsgänge braucht. Zu den lebenswichtigen Funktionen der Lunge gehört der Transport von Kohlendioxyd aus den Lungenbläschen zu den Bronchien, von wo es ausgeatmet wird, sowie der Transport von Sauerstoff aus der Umgebungsluft in die Lungenbläschen. Das kann nur geschehen, indem diese Gase in einer Flüssigkeit gelöst werden. Das Lösungsmittel heißt Wasser.

Das Blut, nun gereinigt durch die Wirkungsweise der Lunge, die das Kohlendioxyd entfernt und frischen Sauerstoff zugeführt hat, wird in den linken Herzvorhof gepumpt und von dort in die linke Herzkammer. Von der linken Herzkammer gelangt es in die Aorta. Ein Teil geht in den Kopf, ein Teil in die oberen Gliedmaßen, das meiste aber in den Rumpf und seine Organe. Der Rest geht in die unteren Gliedmaßen.

Zwei mittelgroße Arterien, die Nierenarterien, die von der mittleren Aorta abzweigen, bringen Blut in die Nieren. Das Herz pumpt in 24 Stunden etwa 2.000 Liter Blut durch diese Arterien in die Nieren. Da ein Erwachsener im Durchschnitt über rund 5 Liter Blut verfügt, liegt es auf der Hand, dass der gesamte Blutstrom in 24 Stunden etwa 400 Mal durch die Nieren geht.

Dieses ständige Pumpen hält Sie und Ihr Herz gesund. Wenn Sie jeden Tag genug Wasser trinken, helfen Sie Ihren Nieren bei der Arbeit. An warmen Tagen brauchen Sie mehr Flüssigkeit als an kühlen.

Ihr Recycling-Zentrum

Gäbe es die Nieren nicht, die in Ihrem Körper das Wasser ständig wiederaufbereiten, müssten Sie täglich etwa 800 Glas Wasser trinken. ...
Das Herz lässt die fünf Liter Blut ungefähr einmal pro Minute zirkulieren. Das heißt, das Herz pumpt täglich 8.000 Liter Blut, von denen 2.000 in die Nieren gehen. Der Großteil dieses Blutes muss das Nierengewebe, die Nebennieren und andere Gewebe in diesem Bereich ernähren. 200 Liter von den 2.000 werden durch die 1,25 Millionen mikroskopisch feinen Filtereinheiten (Nierenkörperchen) in jeder Niere hindurchgeführt (und bilden also ca. 200 Liter sogenannten Primärharn), aber nur 1,3 Liter dieser Menge werden als Urin letztlich ausgeschieden. Der Rest der 200 Liter wird wieder von den Nieren aufgenommen und an das Blut zurückgegeben. Ohne diese Wasserrückgewinnung müssten wir theoretisch 200 Liter bzw. 800 Glas Wasser pro Tag trinken. Dank der Nieren brauchen wir aber nicht so viel zu uns zu nehmen.

Außerdem verlieren wir an jedem Tag weitere Wassermengen durch die Haut (ca. 460 ml), die Lungen (ca. 220 ml) und den Stuhlgang (ca. 220 ml). Zu Schwankungen beim Wasserverlust kommt es durch Krankheit, erhöhte Aktivität und Temperatursteigerungen sowie Veränderungen der Luftfeuchtigkeit.

Der Filtermechanismus der Nieren setzt sich aus Millionen mikroskopisch kleiner Einheiten zusammen, die man Nierenkörperchen nennt. Sie erkennen Abfallprodukte (z.B. die Harnsäure), die entfernt werden müssen. Ständig filtern sie Blutsalze und andere Chemikalien. Aber vom Körper benötigte Blutsalze werden - wie das Wasser - wieder ins Blut zurückgegeben. Dadurch wird auch das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen im Körper auf dem günstigsten Stand gehalten.

Wenn ein bestimmter Bereich Ihres Körpers mehr Wasser braucht, kann die Niere das liefern. Wenn Sie z.B. beim Sport schwitzen, sondert die Hirnanhangdrüse einen Stoff ab, der der Wasserausscheidung durch die Harnblase entgegenwirkt. Dieses Hormon signalisiert der Niere, dass mehr Wasser aus dem Primärharn ins Blut zurückgewonnen werden muss. Dieses Wasser wird dann dorthin befördert, wo es gebraucht wird. Als Ergebnis beobachten Sie einen hochkonzentrierten (dunklen) Urin, ein sehr wichtiges Signal dafür, dass Sie mehr Wasser trinken sollten.

Der Kamel-Komplex

Wie viel Wasser benötigt Ihr Körper täglich? Wenigstens so viel, wie Sie verloren haben... ca. 1,3 Liter durch die Nieren, 460 ml durch die Haut, 220 ml durch den Stuhlgang und 220 ml durch die Lungen."1) "Das sind also insgesamt 2200 ml.

Bedeutet dieser Wasserverlust nun fur uns, dass wir täglich zehn Glas Wasser zu trinken haben? Beantworten wir es so: Wir haben bereits dargestellt, dass unser Körper in der Lage ist, aus unserer Nahrung noch viel Flüssigkeit herauszupressen, aber 1 - 2 Gläser Wasser eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit helfen. die Funktionen unseres Körpers optimal am Laufen zu halten und Fehlfunktionen erst gar nicht auftauchen zu lassen. So wie ein sorgsamer Autofahrer vor Antritt einer längeren Fahrt sicherlich auch seinen Tank voll auffüllt, um möglichst weit zu kommen, ohne anhalten zu müssen, so haben auch wir es in der Hand, ob unser ,,Motor" lange und gut läuft. Dies macht uns deutlich, dass wir viel Wasser benötigen.

Täglicher Flüssigkeitsbedarf

Wie wichtig reines Wasser für unsere Gesundheit ist, bringt folgende Aussage der WHO zum Ausdruck: 'Die Inzidenz (Anzahl von Neuerkrankungen) von Krankheiten auf der ganzen Welt würde um 80 Prozent zurückgehen, wenn die Menschheit in den Entwicklungsländern Zugang zu reinem Trinkwasser hätte!'

Unsere tägliche Wasserzufuhr sieht im Allgemeinen etwa folgendermaßen aus:
- Zufuhr mit der Nahrung .......... 500 - 1000 ml
- durchschnittliche Trinkmenge ........  1300 ml
  also insgesamt etwa ....................... 1800 ml

In den meisten Fällen sollte man sich bemühen, mindestens sechs bis acht Gläser Wasser zu sich zu nehmen. Bei anstrengender Arbeit oder hohen Temperaturen muss mehr getrunken werden. Sportler wissen, dass während einer anstrengenden und ausgedehnten Tätigkeit der Wasserverbrauch signifikant ansteigt und beginnen rechtzeitig einem evtl. drohenden Flüssigkeitsdefizit entgegenzuwirken, indem sie frühzeitig damit anfangen zu trinken - so früh, dass sich ein Durstgefühl in aller Regel erst gar nicht einstellen kann.
Die empfohlene ideale tägliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern erreichen viele von uns kaum.

Ob wir Wasser innerlich oder äußerlich verwenden, es muss unbedingt immer sauber sein! Für viele Menschen ist sauberes Wasser jedoch schwer zu bekommen. Wo Wasser aus verunreinigten Quellen genommen wird, muss es chemisch behandelt oder gekocht werden, damit es für den Verzehr und den häuslichen Bedarf geeignet ist."2)

1) Foster, Vernon W., M.D.: Natürlich gesund Leben mit Newstart®. Wien: TopLife-Wegweiser Verlag GmbH, 2010, S. 84ff

2) Heide, Dr. med. Manfred / Heide, Dr. med. Marwin H.,  / Heide-Fassbender, Dr. med. Michaela: Eine gesunde Lebensweise - Medical Wellness - mit NEWSTART®- Plus. Leipzig: Engelsdorfer Verlag, 2014, S. 180ff