Sonntag, 25 September 2016 – 22:59 Uhr

Beleben Sie Ihre Haut zum Schutz vor Krankheiten

Beleben Sie Ihre Haut zum Schutz vor Krankheiten

Welche Rolle spielt die Haut bei der Abwehr von Krankheiten?  Staunen Sie mit!

Unsere Haut und ihre Hilfe bei der Behandlung von Krankheiten

Äußerliche Wasser-Anwendungen zur Erhaltung oder Wiedergewinnung der Gesundheit sind schon seit Jahrtausenden bekannt. Hier erfahren Sie zunächst einmal, wie sich unsere mehrschichtig aufgebaute Haut grundsätzlich verhält und zu unserer Gesundheit beitragen kann.

"Wie gut uns die Haut vor Krankheit schützt und den Heilungsprozeß fördert, ist vielen nicht bewußt und wird kaum geschätzt. Jeder, der seine Haut anregt, rein hält, wärmt und schützt, wird in den unterschiedlichen Hautzellen Millionen starker Verbündeter im Kampf gegen Krankheit finden. Die Haut ist aus einem mehrschichtigen verhornenden Plattenepithel aufgebaut. Auf ihrer Oberfläche befindet sich zunächst eine Hornschicht, das Stratum corneum. Dieses entsteht aus den abgestorbenen daruntergelegenen Zellen, dem Stratum granulosum, die abgeflacht und wie Dachschindeln überlappend geschichtet sind. Sie gehen nahtlos in das drei bis zehn Zellschichten dicke Stratum germinativum über. Dazu gehört auch eine auf einer Basalmembran abschließend gelegene Zellreihe, die Stratum basalis genannt wird. Diese Zellschichten zusammen nennt man Epidermis oder Oberhaut. Darunter liegt die Dermis oder Lederhaut. Sie enthält Haarfollikel, Talgdrüsen, Muskeln (deren Wirkung man bei Gänsehaut sieht), Lymphgefäße, Blutgefäße, Nervenfasern und Bindegewebe. Bei der Abwehr von Krankheitserregern sind diese Strukturen sehr nützlich. Auch wenn dieser Kampf leise vonstatten geht, sind diese Strukturen keineswegs schwach oder uneffektiv.
 
Die Muskeln der Haut bestehen aus glatten Muskelzellen und können nicht willentlich bewegt werden. Elastisches Gewebe hält die Haut straff und beugt der Faltenbildung vor. Wenn sich all die winzigen Hautmuskeln gleichzeitig zusammenziehen, wie es z.B. bei Gänsehaut der Fall ist, kann sich die Körpertemperatur durch Wärmeproduktion und verminderte Wärmeabgabe um ca. 1° C erhöhen.
 

Lymphgefäße
Es gibt zahlreiche Lymphgefäße in der Lederhaut. Sie bestehen aus einem unidirektionalen, nur in eine Richtung fließenden, Gefäßsystem. Über die Lymphwege wird überschüssiges Gewebewasser abtransportiert. Dieses wird physiologischerweise durch den Druck in den Blutgefäßen in das Gewebe gedrückt. Wird diese Flüssigkeit nicht abtransportiert, sammelt sie sich in den Geweben an, man spricht dann von einem Ödem. Über die Lymphgefäße können große Mengen an Gewebeabfällen, Giften und Zelltrümmern abtransportiert werden. Die Lymphgefäße können über Reflexe aktiviert werden, indem man die Haut leicht massiert. Auch aktive und passive Bewegungen steigern über den Reiz, den sie auf die Lymphgefäße ausüben, den Lymphabfluß. Durch Gefäßklappen wird gewährleistet, daß die Lymphe nur in eine Richtung fließen kann.

Blutgefäße und Nervenfasern
Die Blutgefäße der Haut stellen ein Reservoir dar, das 30 % des gesamten Blutvolumens fassen kann (39). Auf Antigene kann die Haut zehnmal besser reagieren als Muskeln, Gehirn oder Blutplasma (40). Da die Haut auf Reize wie bei Wasseranwendungen so vielfältig reagieren kann, fällt ihr eine wichtige Rolle zu. Bei der Überwärmungsbehandlung wird das Blut aus dem Körperinneren an die reaktionsfreudige Hautoberfläche umgelenkt. Der Schöpfer schuf diese Heilungsmechanismen und plazierte sie an einer leicht zugänglichen Stelle.
 Das terminale Gefäßsystem
Alle Hautanwendungen beeinflussen nicht nur die unmittelbar darunterliegenden, sondern über Reflexbahnen auch weiter entfernt liegende Blutgefäße. Unter Derivation oder Ableitung versteht man, dass Blut von einem entfernt liegenden Organ oder Körperteil durch großflächige Anwendungen abgezogen wird. Ein heißes Fußbad beispielsweise wirkt ableitend und entzieht dem Kopfbereich, Brustkorb, Becken oder Bauchraum angesammeltes Blut. Dabei ist die Wirkung auf nicht angestaute Bereiche nicht so ausgeprägt. Retrostase, der gegenteilige Vorgang, bewirkt eine Durchblutungssteigerung innerer Organe durch großflächige Kälteanwendungen.
Eine aufwärmende Kompresse vereinigt beide Reaktionen miteinander. Zunächst kommt es durch einen verminderten Blutzustrom unter der Kompresse zu einer mehrminütigen Retrostase. Mit ansteigender Temperatur kommt dann zunehmend der ableitende Effekt zum Tragen. Die unterschiedlichen Füllungszustände der Blutgefäße bei der Derivation und der Retrostase werden über das vegetative Nervensystem mit Hilfe der Hautanhanhangsgebilde (s.o.) gesteuert. Diese Reaktionen erhöhen die Nützlichkeit der Haut bei vielen Prozessen im Heilungsgeschehen."1)

Einfache Wasseranwendungen und ihre Wirkungen lernen Sie in weiteren Beiträgen kennen, die Sie unter der Rubrik Wasser finden werden.

1) Dr. med. Agatha Thrash, Dr. med Calvin L. Thrash jun.: Bewährte Hausmittel neu entdecken. Schopfheim: hoffnung-weltweit-verlag, 2000, S. 38ff