• Der Kaffee-Trick, - wie er funktioniert

    Der Kaffee-Trick, - wie er funktioniert

    "Ich brauch' erst mal meinen Kaffee!" - Wie oft haben wir das nicht schon gehört - oder selbst gesagt. Warum fühle ich mich nach einer guten Tasse Kaffee wacher? Der Kaffee wirkt mit einem Trick. Was bedeutet der für unseren Körper?

Montag, 22 Oktober 2018 – 22:05 Uhr

Der Kaffee-Trick, - wie er funktioniert

Der Kaffee-Trick, - wie er funktioniert

"Ich brauch' erst mal meinen Kaffee!" - Wie oft haben wir das nicht schon gehört - oder selbst gesagt. Warum fühle ich mich nach einer guten Tasse Kaffee wacher? Der Kaffee wirkt mit einem Trick. Was bedeutet der für unseren Körper?

Der menschliche Körper braucht regelmäßig Erholung: Ruhepausen für bestimmte Abläufe im Körper und zur Entspannung der Nerven und des Gehirns. Der natürliche Schlaf ist ein wirklich erstaunlicher Freund unserer Empfindungen, unserer Kräfte und unserer Gesundheit.

"Der Organismus schaltet einerseits den Stoffwechsel einen Gang zurück, andererseits arbeiten seine Reparaturmechanismen auf Hochtouren. Wachstumshormone bauen Muskelkraft und Knochendichte auf, Reparaturstoffe durchdringen die Haut, das Immunsystem tankt neue Kraft. Das Gehirn speichert die Eindrücke des Tages und steckt sie in passende Schubladen, das Nervenkostüm stabilisiert sich."1)

Der hat es gut, der erholsam geschlafen hat.

Wenn wir ausgeschlafen haben, fühlen wir uns meist richtig wohl. Was tun wir aber, wenn das nicht der Fall war und die Pflicht trotzdem ruft: Schule, Arbeit, Termine?

"Tja," werden Sie sagen, "das ist eigentlich gar kein so großes Problem, denn ich habe ja meinen Kaffee." Gleich am Morgen eine oder gar zwei Tassen dieses duftenden Getränkes und schon ist die Müdigkeit wie verflogen.

Und in der Kaffeepause am Vormittag gibt es sowieso noch einmal Kaffee - die Pause heißt ja bereits so. Und so geht es weiter durch den Tag. Nur am Abend, da sind wir vielleicht vorsichtiger mit diesem "Muntermacher". Wir wollen ja irgendwann einmal schlafen gehen.

Aber wie kommt es, dass wir die Müdigkeit mit Kaffee, Cola oder mit Hilfe von schwarzem Tee scheinbar "wegpusten" können?

Der Trick

Es liegt an einem chemischen Trick, den der Wirkstoff Koffein (oder Teein) in unserem Körper anwendet.

Mal ehrlich, fühlen Sie sich gut, wenn Sie ausgetrickst werden? Egal, was Sie antworten, hier die Fakten:

An unseren Nervenzellen sitzen Sensoren (sogenannte Rezeptoren) für den Stoff Adenosin. Nach einer längeren Zeit des Wachseins wird dieser Stoff Adenosin von Zentren im Hirnstamm freigesetzt. Diese Hirnregionen kontrollieren, wie lange wir schon wach sind. Außerdem spielt dieser Stoff eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung für Körperzellen. Je länger wir aktiv sind, desto mehr Adenosin bleibt aus dieser Zeit, in der wir Energie verbrauchen, in unserem Blut übrig.

Wenn sich dieser Stoff Adenosin in unserem Gehirn an unsere Nervenzellen setzt, werden die Zellen in ihrer Tätigkeit gebremst. Vereinfacht dargestellt signalisieren die Nerven jetzt: "Ich bin müde, ich brauche eine Pause." Dies ist ein sehr guter Mechanismus, denn die Nervenzellen benötigen den erholsamen Schlaf mit seinen ganzen Reparatur- und Erholungsmechanismen, um nicht geschädigt zu werden, sondern mit neuer Kraft arbeiten zu können. Die Nervenzellen merken also, dass wir schon viel Energie verbraucht haben und wann eine Pause nötig ist.

Wir aber wollen meistens nicht müde sein, wir wollen munter sein und greifen zum Kaffee (oder anderen Mitteln, die Koffein enthalten).

Was passiert?

Wenn wir Kaffee oder auch ein anderes koffeinhaltiges Getränk wie Cola, Energydrinks, Matetee oder schwarzen Tee getrunken haben, setzt nach einer bestimmten Zeit die Wirkung des Koffeins ein. Das Koffein setzt sich an diejenigen Stellen der Nervenzellen, an die sich sonst das Adenosin setzt. Das Adenosin findet seinen Platz nicht, an dem es sonst an der Nervenzelle das Signal "Ich bin müde, brauche eine Pause." auslösen würde. Obwohl wir Erholung brauchen, gibt unser Körper dieses Warnsignal nicht. Das ist der Trick. Wir fühlen uns fit, ja durch andere Effekte des Koffeins (z. B. mehr Herzschläge, Hormonausschüttungen, die die Aufmerksamkeit erhöhen und die Stimmung aufhellen) unter Umständen sogar noch ein wenig munterer als vorher - und haben uns erfolgreich selbst betrogen.

Oder noch einmal etwas wissenschaftlicher:

"Im Wachzustand tauschen Nervenzellen Botenstoffe aus und verbrauchen Energie. Dabei entsteht Adenosin als Nebenprodukt. Eine der Aufgaben des Adenosins besteht darin, das Gehirn vor „Überanstrengung“ zu schützen. Es setzt sich an bestimmte Rezeptoren auf den Nervenbahnen (die Adenosinrezeptoren vom Subtyp A2a). Ist Adenosin gebunden, ist das ein Signal für die Zelle, etwas weniger zu arbeiten. So entsteht ein negativer Rückkopplungseffekt: je aktiver die Nervenzellen, desto mehr Adenosin wird gebildet und desto mehr Rezeptoren werden besetzt. Die Nervenzellen arbeiten langsamer. Das Coffein ist dem Adenosin in seiner chemischen Struktur ähnlich und besetzt dieselben Rezeptoren, aktiviert sie jedoch nicht. Adenosin kann nicht mehr andocken, und die Nervenbahnen bekommen kein Signal – deshalb arbeiten sie auch bei steigender Adenosinkonzentration weiter. Die Adenosinrezeptoren werden kompetitiv durch Coffein gehemmt." 2)

Mit anderen Worten der Kaffee schaltet unseren Müdigkeitssensor aus. Mit unserem Auto würden würden wir sofort in die Werkstatt fahren, um den tollen Müdigkeitssensor reparieren zu lassen.

Betrügen Sie sich also nicht selbst. Die Wahrheit ist nichts als die Wahrheit und hilft uns, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Bei Müdigkeit hilft meist eine passende Erholungspause. Wie Sie sich für Ihre Erschöpfungs-Situation passend richtig erholen, erfahren Sie hier: 3 Arten der Erholung für 3 Arten der Erschöpfung, denn nicht jede Erschöpfung und Müdigkeit muss mit Schlaf behandelt werden.

Und es gibt eine Reihe natürlicher Muntermacher, die wir Ihnen empfehlen können, weil sie nicht auf Tricks sondern auf natürlichen Lebensabläufen und -gesetzen aufgebaut sind:

Hier eine ganze Liste von Dingen, die uns mehr Lebensenergie schenken:

1. Regelmäßig schlafen gehen, am besten 3 Stunden vor Mitternacht!

2. 4 Stunden vor dem Zubettgehen nichts essen. Die Verdauung braucht ihre Zeit und sollte nicht in der Schlafenszeit liegen.

3. Abends vor dem Schlafengehen nicht mehr zu viel trinken, damit man durchschlafen kann.

4. Bei frischer Luft schlafen.

5. Im Dunklen schlafen.

6. Über den Tag verteilt viel Frisches essen, zu einer Mahlzeit Früchte zu einer anderen Gemüse, Salate usw.. Dazu zählen auch Wildkräuter, die wir in diesem Artikel mit Video vorstellen.

7. Eine Wechseldusche am Morgen am besten nach einem kräftigen Marsch oder Lauf - je nach Kondition und Gesundheitszustand.

8. Jeden Tag 10 Dinge und Umstände in ein Heft aufschreiben, für die Sie dankbar sind. Während des Tages häufig daran denken.

9. Genug Zeit für Pausen und Erholung (Sozialkontakte, Spaziergang an frischer Luft und möglichst im Sonnenschein) während des Tages einplanen.

10. Jeden Tag 30 bis 45 Minuten kräftiges Gehen oder eine andere Sportart, die Ihnen gut tut und Freude macht. 

Für Nicht-Kaffee-Trinker:

Erhalten wir uns doch so lange wie möglich die natürliche Fähigkeit, wie ein Kind einzuschlafen. Solange wir unser natürliches Müdigkeitsempfinden beachten und durch echte Erholung in rechtzeitigem und ausreichend langem Schlaf neue Energie tanken, brauchen wir keine Stoffe, die uns an der Nase herum führen und uns vorgaukeln, wir seien fit.

Bei all den genannten Muntermachern gilt ebenso die wichtige Regel der Mäßigkeit:

Vom Guten nicht zu viel (und nicht zu wenig), vom Schlechten überhaupt nichts.

Unser Körper ist ja ein viel komplexer gebautes Wunderwerk an Funktionen als ein Auto und zum Beispiel eben auch nicht dafür gemacht, alle möglichen Arten von „Treibstoffen“, also chemischen Substanzen, Nahrungsmitteln und Getränke zu sich zu nehmen. Wir kennen schon lange eine ganze Anzahl Stoffe, bei denen wir nicht fragen müssen: Wie viel darf oder soll ich davon zu mir nehmen. Die Wissenschaft und die menschliche Erfahrung benennen Sie ganz klar mit Namen:

Es sind: Alkohol, Tabak, Koffein, bestimmte "Arzneimittel" und Drogen.

Auch wenn die Gesellschaft sie nicht ächtet, sind und bleiben sie Gifte für den menschlichen Körper. Und wer von uns isst oder trinkt gerne Gift?

Bei diesen Stoffen geht es nicht um die richtige Menge. Hier ist eine klare Abstinenz die beste Entscheidung.

Hier gilt dann: Je entschiedener ich NEIN sage, wenn mir diese giftigen Pseudo-Helfer begegnen, desto besser für meine Gesundheit. Das Problem ist nur – diese Stoffe machen abhängig oder können abhängig machen.

Hier brauche ich ein eindeutiges „Nein, danke!“.

Und wenn ich schon in der Abhängigkeitsfalle sitze und ich will loskommen?

Sehr gut. Das ist der entscheidende Punkt. Sie WOLLEN frei werden. Also, nehmen Sie es sich vor, dem Kaffee, dem Tee oder anderen Aufputschmitteln zu widerstehen und verwenden Sie andere Muntermacher!

Um vom Kaffee loszukommen, hier 3 Tipps:

1. Entscheiden Sie sich bei jedem Gedanken an Kaffee (oder anderen koffeinhaltigen Mitteln), der alten Gewohnheit nicht mehr nachzugeben und stattdessen ein Glas Wasser zu trinken oder einen teeinfreien Kräutertee.

2. Machen Sie nach Möglichkeit ca. 1-2 Wochen Urlaub, um die Entzugserscheinungen (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schläfrigkeit...) abzufangen. Sie brauchen Zeit, sich wirklich zu entspannen und die oben erwähnten Muntermacher anzuwenden und wirklich auch einmal auszuschlafen.

3. Auf alle Fälle (im Urlaub oder nicht im Urlaub) sollten Sie sehr viel Wasser trinken (ca. 3 Liter am Tag bei normalen europäischen Temperaturen), um dem Körper bei der Entgiftung um Umstellung zu helfen.

Was Sie noch tun können?

Wenn Sie gerne etwas Heißes trinken, sind Kräutertees eine gute Alternative. Kaffee-Ersatz können auch Getreidekaffee-Sorten sein.

Stöbern Sie in den Rubriken, Wasser, Luft, Sonne, Erholung, Ernährung, Bewegung und Vertrauen. Entdecken Sie hier die Maßnahmen, die Ihrem Leben, Ihrer Gesundheit gut tun. Es gibt sie: Regeln für unseren Körper!

 

1) http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/schlafen/nachtruhe/tid-9235/schlafen_aid_265133.html, Link vom 21.10.2018

2) https://de.wikipedia.org/wiki/Coffein 19.10.2018

Der Organismus schaltet einerseits den Stoffwechsel einen Gang zurück, andererseits arbeiten seine Reparaturmechanismen auf Hochtouren. Wachstumshormone bauen Muskelkraft und Knochendichte auf, Reparaturstoffe durchdringen die Haut, das Immunsystem tankt neue Kraft. Das Gehirn speichert die Eindrücke des Tages und steckt sie in passende Schubladen, das Nervenkostüm stabilisiert sich.
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Unsere Datenschutzerklärung